Quartiergarten

 

Gartenplanung · Hariyo GmbH
Fotografie · Benedikt Dittli

Etwas unscheinbar steht dieses stilvoll renovierte Altbaugebäude an einer ruhigen Quartierstrasse mitten in der Stadt Olten. Man würde kaum vermuten, welch schmuckes Badeparadies sich direkt dahinter befindet. Am Haus vorbeischlendernd, offenbart sich dann aber der Blick auf das zentrale Element des Gartens, den Schwimmteich. Der als Kategorie 2 ausgestaltete Schwimmteich mit einem Badebecken aus Holz ist mit einer reichhaltigen Bepflanzung versehen – u.a. mit verschiedenfarbigen Schwertlilien (Iris sibirica, Iris pseudacorus, Iris versicolor) und Blutweiderich (Lythrum salicaria) – und wunderschön eingerahmt durch ein Holzdeck aus einheimischer Berglärche und einen Kiesweg entlang einer halbrundförmig angelegten Trockenmauer aus Rorschacher Sandstein.

 

Zum Baden, Spielen & Verweilen

Es war wichtig, einen Garten für die ganze Familie zu gestalten – der also das Baden ins Zentrum stellt und dennoch genügend Sitzecken und Platz zum Spielen bietet. So bot es sich an, das flächenmässig relativ begrenzte Grundstück auf verschiedene Ebenen zu unterteilen: Über die am Haus liegende, bereits vor dem Umbau bestehende Holzterrasse erreicht man über verschieden hohe Stufen den Schwimmteich, die Sitzecke unter der Pergola sowie den grossen Kiesplatz. Dieser ist eingerahmt von zwei bereits bestehende Obstbäumen – einem Apfel- und einem Quittenbaum. Damit letzterer auf dem Kiesplatz am Wasser optimal Schatten spendet, wurde dieser von seinem alten Standort an die neue Stelle verpflanzt. Der neue grosszügige Sitzplatz am Wasser lässt durch den grossen Gartentisch mit Sonnenschirm, die gemütliche Feuerschale und den ruderalen Kräutergarten Ferienstimmung „à la Provence“ aufkommen. Andererseits wurde auf der gegenüberliegenden Seite eine Spielwiese auf einem höheren Niveau angelegt, um die beiden Bereiche bewusst optisch und räumlich voneinander zu trennen.

 

Verspielter Sichtschutz

Ein besonders auffälliges Element dieses Quartiergartens sind die beiden Sichtschutzwände aus roh gesägtem, unbehandeltem und einheimischem Berglärchen-Holz. Die Balken wurden rechtwinklig zum Garten hin und mit unterschiedlichem Abstand auf einen Rundstahlträger montiert, um Blicke aus dem Nachbargarten nicht vollends, aber an bewussten Stellen möglichst blickdicht zu kaschieren. Mit diesem verspielten und abwechslungsreichen Effekt wirkt diese Gartenumrandung viel filigraner als eine geschlossene Wand und eignet sich hervorragend, um verschiedene Kletterpflanzen daran hochzuziehen (Verschiedene Clematis-Arten sowie Kletter- und Wildrosen). Zudem ist der wertvolle Schwatz mit den Nachbarn – wann immer man Lust darauf verspürt – weiterhin gewährleistet, was der nachbarschaftlichen Harmonie sicherlich zugute kommt.

 

 

Weitere natürliche Unterteilungen des Gartens wurden durch Rabatten mit einem Randabschluss aus rohem Stahl geschaffen, welche diverse Blütenstauden (wie. z.B. die Rote Waldnelke – Silene dioica oder das üppig blühende Kleine Seifenkraut – Saponaria ocymoides, verschiedene Küchenkräuter und Zierlauch (Allium aflatunense ‚Purple Sensation‘) einfassen.

 

Dieses Beispiel zeigt einmal mehr auf, wie durch eine geschickte Gartenplanung verschiedene Bereiche für die unterschiedlichsten Bedürfnisse kreiert werden können, die schlussendlich zu einem stimmigen, harmonischen Gesamtbild führen.